
Meine Geschichte mit Ariola
Archivmaterial über Ariola zu finden ist äußerst schwer. Nach Umzug des Konzern von Gütersloh nach München ging Vieles verloren, bzw. war bereits gar nicht mehr vorhanden. Als ich im Jahr 1996 meine Recherchen direkt bei Mitarbeitern von Bertelsmann in München startete, wußte ich noch nicht, das auch das Schallplattenarchiv zu diesem Zeitpunkt bereits "verschenkt" wurde. Da ich den Wunsch äußerte ein Buch über das Label zu schreiben, wollte man mir behilflich sein. Erst viele Jahre später erfuhr ich durch Zufall, warum dies nicht verwirklicht werden konnte. Denn erst dieses Jahr erzählte mir ein Sammler, dass etwa zur gleichen Zeit, als ich recherchierte ein Redakteur der "Hör Zu" sich im Archiv bereits selbst bedienen durfte. Dieser schrieb nie ein Buch über Ariola, aber eines über deutsche Coverversionen. So ist es nicht verwunderlich, dass alle Titel und Cover, die ich mir von Mitarbeitern in München wünschte nicht mehr da waren. Man sagte mir, dass diese Fächer leer seien. Ich wurde aber weiterhin ermuntert mein Buch über den Konzern zu schreiben, da man mir andeutete sich an den Kosten zu beteiligen.
Etwa 1/2 Jahr später war mein Werk soweit komplett im Computer editiert. Jetzt ging es um den Ausdruck. Also ein Anruf bei Bertelsmann! Hier erklärte man sich großzügigerweise bereit etwa 3-5 Bände für das eigene Archiv vorzubestellen. Die Druckkosten wollte man nicht übernehmen. Durch diese Aussagen genügend gefrustet, brachte ich dann in Selbstauflage (100 Stck) zum Selbstkostenpreis meine Diskografie heraus. Bei Bertelsmann habe ich nach diesem Armutszeugnis seitdem niemanden mehr kontaktiert. Doch dem Konzern ging es einmal besser...
Wie Alles begann
Ariola wurde 1958 in Güterloh gegründet und hatte Unmengen Kapital im Rücken. Dies nutze der Konzern für etliche Lizenzkäufe (z.B. Cameo Parkway, Reprise usw. - sie auch Kapitel Unterlabel). Es war in Deutschland eine Zeit des Fernwehs nach dem Süden. Damals donnerten Opa und Oma mit ihrem Isetta-"Dreirad" über die Alpen, Richtung Italien. Dieses war als Urlaubsland absolut angesagt. Wen wundert´s da, dass gerade der deutsche Schlager gerade dieses Genre mit den Anfangsnummern (35xxx) besang. Den ersten No.1 Hit hatte dann die ägytische Sängerin Dalida mit "Am Tag als der Regen kam" (Ariola 35 686 A) im Juni 1959 (Übernahme vom Label BARCLAY). Die heute so besonders gesuchten Beat-Pressungen oder auch der High-School-Sound und die Girl-Groups aus den USA waren damals leider Randerscheinungen, was auch ihre damaligen Auflagezahlen belegen. Sieht man sich z.B. mal die Erstauflage der Ariola Star-Club Sg Nr. Ariola 10 698 (The Rattles: Bye Bye Johnny / Sweet Little Sixteen) an, bekommt man feuchte Augen: ganze 2500 Stück hatte Bertelsmann damals davon als Erstdisposition angefertigt! Wen wundert´s, wenn Sammler heute dafür bereit sind astonomisches hinzulegen?! Ich habe das Ariola-Matrizen-Archiv eingesehen und war nicht verwundert, wenn einige Interpreten lediglich mit einer Auflage von unter 1000 Stück starteten. Dies war z.B. bei der heute so gesuchten Beach Boys Sg (Ariola 45 441 A) der Fall. Sie war eine Übernahme vom US-amerikanischen X-Records-Label und erschien bei Bertelsmann Anfangs genau 800 mal! Sie erzielt heute in gutem Zustand Preise von 400 Euro und mehr. Mein Unterkatpitel Diskografie wir dazu mehr Auskünfte geben. Doch den Preis den ein Sammler bereit ist zu zahlen bestimmt er zum Glück noch selbst! Angefügt habe ich noch ein Kapitel mit den SCHELLACK-78er Platten, die ja auch irgenwie mit der Single verwand, da Vorläufer derselben sind. Zu Schellacks hier klicken...
Eine Diskografie in Buchform, bzw. auf CD-ROM können Sie HIER bestellen.